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Gersfeld-Nachlese II: Brutpflege bei Armmolchen

Ich habe dieses Jahr in Gersfeld einen Vortrag über die Nachzucht meiner Mittleren Armmolche (Siren intermedia) gehalten, dieser Zuchterfolg war für mich das Highlight des Jahres! Da ich mehrfach gebeten wurde, eine kurze Zusammenfassung des Vortrages zu liefern, hier ist sie:

Ich bekam meine drei Armmolche mit ca. 5cm Länge im Jahr 2006, mittlerweile haben die zwei Männchen gute 15cm, das Weibchen über 20cm Länge erreicht.

Im Januar diesen Jahres konnte ich dann überrascht feststellen, dass das Weibchen in einer Ecke des Beckens unter einem Polster aus Javamoos ein regelrechtes “Nest” gebaut und darunter eine Sandgrube gebuddelt hatte. In dieses Javamoos-Nest hatte sie ca. 50 Eier abgelegt, die erfreulicherweise auch zu 90% befruchtet waren. Was aber besonders bemerkenswert war: Das Weibchen betrieb eine äußerst engagierte Brutpflege: Es bewachte das Nest rund um die Uhr, es griff jeden an, der sich näherte, es fächelte dem Nest regelmäßig frisches, sauerstoffreiches Wasser zu und es schien sogar einzelne, vermutlich verpilzte Eier vorsorglich zu fressen. Ein solch fürsorgliches Verhalten ist bei Molchen und Salamandern sehr selten, man kennt es zum Beispiel von asiatischen Kurzfußmolchen (Pachytriton brevipes).

Die Aufzucht der geschlüpften Larven stellte sich als überaus heikel und schwierig heraus, sie scheinen ungewöhnlich stressempfindlich zu sein. Aber immerhin haben zwei von ihnen mittlerweile die stattliche Größe von 9 cm erreicht und sind damit wohl aus dem Gröbsten raus!

Das traditionelle Souvenir für jeden Referenten:

Gersfeld-Nachlese I: »Ran an die Vorträge!«

Das Gersfeld-Wochenende ist vorbei, die Müdigkeit steckt noch in allen Knochen. Obwohl das Event bereits Freitag abend begann und erst am Sonntag mittag endete, konnte ich leider nur den Samstag miterleben. Dennoch: Die stundenlange Anreise aus dem Norden der Republik in die schöne Rhön hat sich wiedereinmal gelohnt. Wen wundert es auch! Schließlich trifft man nicht jeden Tag auf über 100 Hobbykollegen aus aller Welt!

Die Vorträge ( hier findet Ihr das Vortragsprogramm ) waren wie immer spannend und abwechslungsreich. Einziges Manko: Es reden (und auch das hat Tradition) jedes Jahr die gleichen Referenten,  gewissermaßen die “üblichen Verdächtigen”, und das oft auch mehrmals an einem Tag. Es handelt sich dabei um ein gutes Dutzend sehr engagierter Hobbykollegen, aber ich bezweifle, dass nur in deren Becken spannende Dinge passieren. Sicherlich hätten auch die übrigen 90% der Anwesenden genug Stoff für interessante Vorträge zu bieten. Ich würde mir wünschen, dass der Reigen der Referenten künftig größer und breiter wird! Zumal es für jeden technischen Geschmack (egal ob “klassisch” mit dem Diaprojektor oder “modern” mit Laptop, Powerpoint und Beamer) das nötige Equipment gibt. Meiner Meinung nach hat es viel mit dem gefühlten “Status” der Kollegen zu tun, wer redet und wer nicht. “Prominente” Namen landen jedes Jahr wieder auf dem Programm und bestätigen dadurch ihre herausgehobene Rolle innerhalb der Arbeitsgemeinschaft.

Ich hoffe, dass künftig noch viel mehr Kollegen die Chance ergreifen, mit einem spannenden Vortrag ihre Tiere, Haltungsmethoden, Erkenntnisse, Fragen und Probleme der breiten Fachöffentlichkeit kundzutun. Einige Leute habe ich auch am Samstag schon persönlich ermuntert, und seid gewiss, ich werde nicht locker lassen. In diesem Sinne, ich freue mich schon auf Eure Vorträge im nächsten Jahr!

[Es folgen in den nächsten Stunden / Tagen noch die Gersfeld-Beiträge II und III, darin will ich kurz über meinen Vortrag berichten und Euch meine vier Neuzugänge vorstellen.]

Gersfeld naht!

Bald schon ist es so weit. Von Freitag, dem 24.10., bis Sonntag, dem 26.10., treffen sich wieder Molchhalter und -züchter aus aller Welt auf der alljährlichen Tagung der AG Urodela. Wie üblich ereignet sich dieses Spektakel im malerischen Gersfeld in der Röhn.

Das Vortragsprogramm  ist umfangreich und bietet sicher für jeden Teilnehmer interessante und spannende Erkenntnisse. Mindestens genauso wichtig ist aber der Programmpunkt “gemütliches Beisammensein”, denn in den Abendstunden bietet sich die Gelegenheit, bei hessischen Spezialitäten und Kaltgetränken ein weltumspannendes Netz an Kontakten und Freundschaften zu pflegen und auszubauen.

Am Sonntag schließlich findet die traditionelle Tierbörse statt, auch wenn viele Molche und Salamander schon vorher “von Kofferraum zu Kofferraum” ihren Besitzer gewechselt haben mögen.

Ich freue mich auf dieses Wochenende, nicht zuletzt, weil ich in Gersfeld Zuwachs für meinen heimischen Molchkeller in Empfang nehmen werde. Details werden aber erst verraten, sobald die Tiere bei mir ihr neues Quartier bezogen haben.

Ich muss mich allerdings langsam sputen, um meinen Vortrag (Titel: “Siren intermedia - Nachzucht und Brutpflege”) rechtzeitig fertig zu stellen. Bislang steht erst eine Rohfassung.

Also, wir sehen uns in Gersfeld! (Falls Ihr es leider nicht dorthin schafft, ich werde natürlich hinterher ausführlich berichten!)

Jede Menge Pflanzen… und dazwischen bunte Fische

Bremen, gestern abend. Ich war in die botanika  eingeladen, dort wurden die Sieger eines Geschäftsideen-Wettbewerbes prämiert. Ich war selber Teilnehmer dieses Wettbewerbes und habe (zu meiner großen Freude!) mit dem 2. Platz auch nicht ganz schlecht abgeschnitten. ;)

Aber das wäre kein Grund, hier im Blog darüber zu berichten. Spannend war vielmehr das Drumherum: Neben ganz vielen tropischen und subtropischen Gewächsen (vor allem Rhododendren) beherbergt die botanika  nämlich auch einige interessante Fische in liebevoll gestalteten Landschaftsaquarien.

Zitat von botanika.net

“Die fünf Themenaquarien ermöglichen Ihnen einen faszinierenden Blick unter die Wasseroberfläche verschiedener Gewässer aus fünf Ländern Asiens: Neuguinea, Borneo, Burma, Yunnan und Nepal. Sie werden erkennen, dass sich die Biodiversität dieser Heimatgebiete der Rhododendron auch unter Wasser widerspiegelt.
[…]
Allein in Südwest-China sind über 90 Süßwasserfischarten bekannt. Von diesen Arten ist ein Viertel nur in dieser Region beheimatet und sonst an keinem anderen Ort der Erde.

Die meisten der hier gezeigten Fische stammen aus Nachzüchtungen, wovon einige sogar auf der „Roten Liste gefährdeter Arten“ stehen oder in der Natur schon nicht mehr zu finden sind. Zu ihnen zählt der Feuerschwanz (Epalzeorhynchos bicolor), der ursprünglich in den Sümpfen Yunnans zu Hause war. Durch die Züchtung dieser schönen Fischart können wir uns nach wie vor an seinem Anblick erfreuen.

Ein im Japanischen Garten angelegter Koi-Teich entführt darüber hinaus in das eindrucksvolle Reich der in der ganzen Welt beliebten asiatischen Karpfenart.”

Mein Tipp: Wen es nach Bremen verschlägt, der sollte ruhig einen Abstecher in die botanika  machen!

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