Archive für November 2008

Digitale Presseschau: Bedrohter Axolotl

Die erschreckende Meldung, dass der Axolotl (Ambystoma mexicanum) wieder auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten steht, hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Einige Pressereaktionen aus dem deutschsprachigen Raum hatte ich ja hier schon gepostet (Meldungen vom ORF und  Die Presse ). Für Liebhaber der englischen Sprache, hier nun einige Artikel von internationalen Nachrichtenportalen, u.a. vom legendären News-Portal Huffingtonpost.com :

Riesensalamander: Hellbender in freier Natur

Das Recherchieren für die neue Molche.net - Videogalerie  gestaltet sich ausgesprochen vergnüglich. Mein neuester Volltreffer: 3 Videos von Jeff Humphries über Hellbender (Cryptobranchus alleganiensis). Er hat diese imposanten Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum gefilmt: In kühlen, klaren Bergbächen und -flüssen. Die Verbreitung der Hellbender erstreckt sich vom östlichen West Virginia südlich durch Virginia, North Carolina und Tennessee bis ins nördliche Georgia.

Besonders spannend sind Humphries Videoaufnahmen einer ca. 10köpfigen Zuchtgruppe, die alle unter einem Eiablage-Felsen (englisch: nest rock) Platz suchen, um dort ihre Gelege abzusetzen. Dabei drücken die nachdrängenden Weibchen ein anderes, deutlich trächtiges, Weibchen wieder aus der Felsspalte heraus.

Übrigens solltet Ihr unbedingt Jeffs Webseite über Hellbender besuchen: Hellbenders.org

Hier ist das Video der Zuchtgruppe:

»Yummy Mummy«, wie Wühlen ihre Babys füttern

Alex Kupfer, der Experte für Schleichenlurche, hat uns dieses Jahr in Gersfeld über “Yummy Mummies” berichtet. Dieses außergewöhnliche Verhalten zeigen verschiedene landlebende Wühlenarten: Die Muttertiere reichern in ihrer äußersten Hautschicht besonders viel Fett an. Diese fettreiche Hautschicht “raspeln” die Jungtiere dann von der Mutter herunter. Damit ihnen dies gelingt, haben die Jungtiere spezielle Zähne, die ihnen später verloren gehen.

Mehr Infos zu diesem spannenden Thema findet Ihr auf newscientist.com .

Im Internet habe ich nun ein Video gefunden, welches das beschriebene Verhalten sehr schön zeigt. Ihr findet es in der Molche.net-Videogalerie  oder direkt hier:

Molche als Filmstars

Ab jetzt findet Ihr auch Amphibien-Videos auf Molche.net . Mein persönlicher Favorit: Das Kampagnen-Video zur Amphibienkrise finde ich besonders gelungen. Es stammt vom Zoo in Dallas, der seine Molche, Salamander, Frösche, Kröten und Schleichenlurche zu Hauptdarstellern des Films macht.

Prädikat: Sehenswert!

Auch das Feuilleton will den Axolotl retten

Die angesehene österreichische Tageszeitung Die Presse  widmet sich in ihrer heutigen Printausgabe dem drohenden Aussterben des Axolotls. Im Feuilleton des Blattes fordert der Autor: »Stirb nicht aus, Axolotl!«.

Lest den Artikel online auf diepresse.com (»Stirb nicht aus, Axolotl!«)

»Lernen vom Lurch«

Der Bayerische Rundfunk (BR)  berichtete über die faszinierende Fähigkeit von Axolotln und anderen Schwanzlurchen, verlorene Gliedmaßen und auch innere Organe einfach wieder zu regenerieren.

Wissenschaftler der Tulane University  in New Orleans versuchen, diese Laune der Natur auch für die menschliche Medizin nutzbar zu machen.

Lest hier den ganzen Artikel auf br-online.de (»Lernen vom Lurch«)

Mexiko kämpft um den Axolotl

Am 15.11. berichtete der österreichische Rundfunk orf  auf seiner Homepage:

In der gerade von der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) präsentierten roten Liste gefährdeter Tierarten ist der Axolotl erneut eingetragen - trotz verzweifelter Bemühungen mexikanischer Biologen, den Schwanzlurch zu retten. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass es schon in fünf Jahren keine Axolotl mehr in freier Wildbahn geben wird.

Schutzzonen geplant
Wie man das “Seemonster” retten kann, ist auch unter Wissenschaftlern umstritten. In den nächsten Monaten soll aber zumindest in einem Pilotprojekt ein Schutzgebiet für die Lurche getestet werden, um das es Barrieren für Karpfen und andere nicht-heimische Arten gibt. Zambrano will längerfristig bis zu 15 solcher Schutzzonen errichten.

Überlegt wird auch, ob man künstlich gezüchtete Axolotl in der freien Wildbahn aussetzen soll; dabei könnte es allerdings zu Krankheiten und zu genetischen Problemen kommen.

Lest den ganzen Artikel auf orf.at (»Der ewig pubertierende Lurch«)

Lesenswertes zur Knoblauchkröte

Die Knoblauchkröte war Lurch des Jahres 2007 und deshalb fand in eben jenem Jahr im Museum für Naturkunde in Berlin eine internationale Tagung statt, der Titel lautete: Die Knoblauchkröte (Peolobates fuscus) Verbreitung, Biologie, Ökologie und Schutz.

Nunmehr ist in der Schriftenreihe RANA der Tagungsband erschienen, bestellen kann man ihn bei Herpetoshop.de .

Terraristikbörse in Leverkusen

Falls Ihr morgen noch nichts vorhabt…

Börsenhinweis

Mehr Infos findet Ihr hier…

Man muss auch gönnen können.

Glückwunsch an die Würfelnatter (Natrix tessellata), sie wurde zum Reptil des Jahres 2009 gewählt!

Der einzige Wermutstropfen:

Schätzungen zufolge gibt es nur noch rund 1.000 Exemplare - in Rheinland-Pfalz und Sachsen. Dort schwimmen sie am liebsten durch naturnahe Flüsse, die ihnen ausreichend Flachwasserzonen und Kiesbänke zum Ausruhen und Sonnen bieten. Auf dem Speiseplan der flinken Schlange stehen Fische, Frösche und Molche.

(Zitat von BR-online)

Nun ja, c’est la vie…